Depotbesichtigung und MEIN DING-Rundgang an der Kulturnacht

Depotbesichtigung und MEIN DING-Rundgang an der Kulturnacht

Es ist soweit: Nachdem das Museum Schloss Burgdorf im Frühling den Wettbewerb «Perspektivenwechsel» des Kantons Bern gewonnen hat, werden an der Burgdorfer Kulturnacht vom 20. Oktober die ersten MEIN DING-Stationen präsentiert und die Bevölkerung zur Besichtigung der 60‘000 Objekte im Museumsdepot eingeladen.

Museumsdepots sind in der Regel nicht öffentlich und doch sind sie der Kern des Museums. Hier werden alle Objekte gelagert, welche in den aktuellen Ausstellungen keine Aufnahme fanden, und als wertvolles Kulturerbe für die nächsten Generationen gesichert. Im Falle des Museums Schloss Burgdorf sind dies um die 60‘000 Objekte, welche im Kornhaus Burgdorf aufbewahrt werden. Anlässlich des Kulturerbejahres 2018 erhält die Öffentlichkeit an der Burgdorfer Kulturnacht vom 20. Oktober die einmalige Gelegenheit in Kurzführungen das Depot zu entdecken (16/17/18/19/20/21Uhr). Die Besuchenden erhalten die Möglichkeit, symbolisch ein selbst gewähltes Objekt als MEIN DING zu bezeichnen und ihre persönliche Verbindung und Geschichte dazu vor Ort HKB-Studierenden zu erzählen.

Gleichzeitig wird der Plan für den ersten Rundgang von MEIN DING durch Burgdorf vorgestellt, denn einige Museumsobjekte sind dank der Unterstützung von Pro Burgdorf-Mitgliedern vorübergehend aus dem Depot in die Schaufenster der Stadt gezogen. Die jeweiligen Gewerbetreibenden haben ihr Ding aus den Sammlungen ausgewählt und stellen ihren persönlichen Bezug vor. Somit ist das Museum Schloss Burgdorf auch während des Schlossumbaus in der Stadt präsent und es entstehen neue Verbindungen zum Kulturerbe.

Das Museum Schloss Burgdorf dankt Swisslos – Kultur Kanton Bern, Pro Burgdorf und der Mobiliar für die Ermöglichung dieses Projektes.

Vernissage MEIN DING am 20. September

Vernissage MEIN DING am 20. September

Freudig laden das Museum Schloss Burgdorf und Pro Burgdorf zur 1. Vernissage ein:

Donnerstag, 20. September 2018 um 17.00 Uhr
an der Schmiedengasse 27 in Burgdorf (der Anlass findet auf der Gasse statt)

Das ist MEIN DING aus den Sammlungen des Museums Schloss Burgdorf! Stadtpräsident Stefan Berger und Pro Burgdorf Geschäftsführerin Rahel Peña stellen «ihr Ding» der Öffentlichkeit vor. Mit einer kleinen Wegzehrung können die ersten drei MEIN DING-Schaufenster in der Oberstadt besichtigt werden. Alle sind zudem herzlich zum Kulturapéro der Stadt Burgdorfin der Kulturfabrik eingeladen, wo wir gemeinsam hin spazieren werden.

Das Museum Schloss Burgdorf ist mit MEIN DING während der Umbauphase in der Stadt und bei Burgdorfs Bevölkerung präsent. Mit Hilfe der Mitglieder von Pro Burgdorf werden Objekte aus dem Museumsdepot ans Licht gebracht. Gewerbetreibende können «ihr Ding» aus den Sammlungen wählen und es für einige Wochen in ihren Räumen beherbergen. Das inszenierte Objekt bietet Gesprächsstoff mit der Kundschaft und kehrt so ins Bewusstsein der Bevölkerung und ins Leben der Stadt zurück.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung bis 13. September an museum@schloss-burgdorf.ch.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Spendenaktion für das Schloss Burgdorf an der Kornhausmesse

Spendenaktion für das Schloss Burgdorf an der Kornhausmesse

Runde 230 000 Franken sind bisher eingegangen und täglich treffen neue Beiträge aufs Spendenkonto fürs „Schloss für alle ein“. Der Stiftungsrat der Stiftung Schloss Burgdorf ist überwältigt. „Diese breite Solidarität der Bevölkerung, der Firmen und der Gemeinden im Emmental haben wir so nicht erwartet“, sagt Stiftungsrätin Elisabeth Zäch und dankt allen Spenderinnen und Spendern.

Fröhlich flattert auf Schloss Burgdorf die Fahne, welche den Baustart für den Umbau des Schlosses symbolisiert. Und genauso zuversichtlich ist der Stiftungsrat. Betrug die Finanzierungslücke für die Realisierung des Grossprojekts vor einem Jahr noch 3,9 Mio. Fr., ist sie nach intensiven Gesprächen mit möglichen Geldgebern auf rund 450 000 Fr. gesunken. Einen Beitrag dazu leistet auch die Spendenaktion. Innerhalb weniger Wochen betrug das Spendenkonto 230 000 Fr.

Breit verankert

Die Liste der Spenderinnen und Spender zeigt, dass das Projekt „Das Schloss für alle“ breit verankert ist. Neben vielen Einzelspenden aus der Bevölkerung in Burgdorf und Umgebung, engagieren sich Firmen und Dienstleister aus Stadt und Region mit grosszügigen Beträgen. Solidarisch zeigen sich auch die Emmentaler Gemeinden. Viele von ihnen zahlen, wie vorgeschlagen, 1 Franken pro Einwohner und runden diesen Betrag zum Teil kräftig auf. Besonders erfreulich: Die Gemeinde Kirchberg sichert sich einen eigenen Raum und investiert dafür 50 000 Fr.

Bedeutet Verantwortung

Die Stiftung Schloss Burgdorf freut sich über die breite Verankerung des Schlossprojekts und ist dankbar dafür. Die fürs Fundraising zuständige Stiftungsrätin Elisabeth Zäch bekräftigt, dass jeder Betrag wichtig sei, denn er drücke die Verbundenheit mit Schloss Burgdorf aus. „Diese Solidarität ist für uns eine grosse Verantwortung. Wir setzen alles daran, dass das „Schloss für alle“ allen Gönnern und Spenderinnen viel Freude bereitet und der Region Emmental zusätzliche Wertschöpfung und touristischen Nutzen bringt.“

„ichbaumirmeinschloss.ch“ an der Kornhausmesse

Noch ist die Finanzierungslücke nicht gedeckt. Die Stiftung Schloss Burgdorf will deshalb weiterhin für eine Spende motivieren und präsentiert an der Kornhausmesse Burgdorf ihre Spendenaktion „ichbaumirmeinschloss.ch“. Unterstützt wird sie dabei von Vertreterinnen und Vertretern des Museums, wofür sie sich herzlich bedankt.

Tag des offenen Bodens am 16. August

Tag des offenen Bodens am 16. August

Archäologische Rettungsgrabungen auf Schloss Burgdorf: Von der bronzezeitlichen Höhensiedlung zur Zähringerburg

Seit Juni laufen die umfangreichen Bauarbeiten für das «Offene Schloss» in Burgdorf mit Jugendherberge, Gastronomie und Museum. Beim Rückbau der ehemaligen Gefängniszellen im alten Kornhaus gewann der Archäologische Dienst des Kantons Bern neue Erkenntnisse zur Gründungszeit der Burg. Zudem kamen überraschende Funde aus der Bronzezeit zum Vorschein. Am Donnerstag, 16. August 2018, hat die Bevölkerung die Gelegenheit, die Grabung zu besichtigen.

Bei den archäologischen Untersuchungen im Jahr 1973 im Burggraben wiesen bereits einige Funde auf eine bronzezeitliche Besiedlung hin. Die laufenden Grabungen erweitern nun die Erkenntnisse ganz wesentlich. Durch die mittelalterliche Burg gut geschützt, konnten sich herausragende Reste bronzezeitlicher Höhensiedlungen erhalten, die für den Kanton Bern und weit darüber hinaus einmalig sind. Der Archäologische Dienst des Kantons Bern präsentiert der Bevölkerung seine Erkenntnisse und Funde an einem Tag des offenen Bodens. Dieser findet am Donnerstag, 16. August 2018, von 16 bis 20 Uhr statt. Treffpunkt ist der Haupteingang des Schlosses Burgdorf. Parkplätze stehen keine zur Verfügung. Es werden regelmässig Führungen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern angeboten.

Eine 3000 Jahre alte Höhensiedlung

Die ältesten Spuren auf dem Burghügel reichen in die frühe Bronzezeit vor rund 3700 Jahren zurück. In der späten Bronzezeit (um 1050 bis 850 v. Chr.) befand sich auf dem Hügelsporn eine umfangreiche Höhensiedlung. Während Siedlungen dieser Zeit von Seeufern bekannt und gut untersucht sind, fand der Archäologische Dienst nun erstmals hervorragend erhaltene Zeugen aus dem Emmental.

Die eindrücklichsten Reste der Höhensiedlung sind Gruben im anstehenden Untergrund. Die grösste hat einen Durchmesser von vier Metern und ist mit mehreren übereinanderliegenden, stark verbrannten Lehmwänden ausgekleidet. Die Gruben sind verfüllt mit Brandschutt, der grosse Mengen an Keramik enthält, darunter teilweise aufwendig dekorierte Gefässe. Daneben fanden sich in der Grube Spinnwirtel, Webgewichte sowie Speisereste wie Tierknochen und verbrannte Getreidekörner.

Neue Entdeckungen in der mittelalterlichen Burg

Die mittelalterliche Burganlage wurde bisher nur punktuell archäologisch erforscht. Insbesondere die Frühzeit der Anlage vor 1200 ist weitgehend unbekannt. Die erste schriftliche Nennung der Burg, «in Burgundia, in castello Burgdorf», fällt ins Jahr 1210. Nun konnten die Archäologinnen und Archäologen an der Nordseite die älteste steinerne Ringmauer freilegen. Sie gehört wohl zur Anlage, welche die Herzöge von Zähringen als prächtige Residenz um 1200 errichteten, und wurde drei Generationen später unter den Grafen von Kyburg von Grund auf erneuert. Der kyburgische Torturm kann erstmals archäologisch untersucht werden. Er sollte einst neuer Hauptzugang zur Burg werden, blieb aber unvollendet und wurde schon um 1300 zugemauert.

Im Burghof stand innen an der nördlichen Ringmauer und neben der schriftlich bezeugten St. Margarethenkappelle eine gemauerte und sorgfältig ausgemörtelte Filterzisterne. Dieses mächtige Bauwerk ist bei den laufenden Ausgrabungen überraschenderweise entdeckt worden. In ihm wurde das Dachwasser gesammelt, um im Notfall die Wasserversorgung auf dem Burghügel sicherzustellen.

Medienmitteilung der Erziehungsdirektion des Kantons Bern vom 10. August 2018

Unter den Resten des mittelalterlichen Schlosses liegen bronzezeitliche Gruben mit stark verbrannten Seitenwänden. (Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern)

Unter den Resten des mittelalterlichen Schlosses liegen bronzezeitliche Gruben mit stark verbrannten Seitenwänden. (Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern)

Eine mächtige Filterzisterne versorgte die Menschen auf der Burg mit Wasser. (Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern)

Eine mächtige Filterzisterne versorgte die Menschen auf der Burg mit Wasser. (Foto: Archäologischer Dienst des Kantons Bern)

Spatenstich: Der Umbau zum Schloss für alle hat begonnen!

Spatenstich: Der Umbau zum Schloss für alle hat begonnen!

Seit heute Mittag flattert auf Schloss Burgdorf eine ganz besondere Fahne. Gehisst hat sie der Stiftungsrat der Stiftung Schloss Burgdorf. Die Fahne weist das bekannte Schild «Achtung Baustelle» auf und signalisiert damit weitherum: Die Umbauarbeiten fürs «Schloss für alle» haben heute begonnen und dauern voraussichtlich bis Frühsommer 2020.

Auf diesen Moment haben Stiftungsrat, die künftigen Nutzerinnen und Nutzer, Schloss-freundinnen und Freunde und die Bevölkerung in Stadt und Region lange gewartet; jetzt ist er da. Nachdem das Regierungsstatthalteramt die Baubewilligung zügig bearbeitet und ausgestellt hat, kann der Umbau von Schloss Burgdorf planmässig beginnen. Mit dem Hissen der «Baustellen-Fahne» startete der Stiftungsrat die Bauarbeiten für die Umnutzung des Schlosses. Darin wird künftig eine Jugendherberge beheimatet sein, in einzigartiger Kombination mit dem Museum, einem Gastronomiebereich und dem städtischen Trauungszimmer. Diese Idee wurde von den Burgdorfer Architekten vom Atelier G+S entwickelt und wird jetzt auch von ihnen ausgeführt. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich rund zwei Jahre.

Ein historischer Tag
Im Rahmen einer kleinen Feier und in Anwesenheit von Stiftungsrat, Stadt- und Kantons-vertretungen, den künftigen Nutzerinnen und Nutzern und zahlreichen Gönnerinnen und Gönnern betonte Stiftungsratspräsident Dr. Markus Meyer die historische Bedeutung dieses Tages: «Mit der vorgesehenen Umnutzung führen wir dieses eindrückliche mittelalterliche Baudenkmal von nationaler Bedeutung in eine bunte, lebendige und nachhaltige Zukunft». Meyer dankte allen, welche dieses anspruchsvolle Projekt in den letzten Jahren unterstützt und zur Realisierung vorangetrieben haben. Für Stadtpräsident Stefan Berger bedeutet das neue Schloss eine Riesenchance. Es werde zum Magnet für Burgdorf und das ganze Emmental.

Glückliche Nutzerinnen und Nutzer
Fredi Gmür, CEO der Schweizer Jugendherbergen, freute sich, bald ein weiteres historisches Gebäude beziehen zu können: «Die Jugendherberge auf Schloss Burgdorf wird vom ganz besonderen Ambiente profitieren und Gäste aus nah und fern anziehen». Neben der historischen Einzigartigkeit wird auch das völlig neu gestaltete Museum zu einer Attraktion. «Das ganze Schloss wird zu einer einzigartigen Wunderkammer, welche Gross und Klein zum Staunen und Sinnieren bringen wird», versprach Museumsleiter Daniel Furter.

Endlich für alle offen
Das über 800 jährige Schloss Burgdorf war im Lauf seiner Geschichte von Herzögen, später durch den Staat Bern, danach durch die kantonale Verwaltung belegt und ausser dem Museumsteil für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Ab Frühsommer 2020 öffnet es seine Tore und wird zum «Schloss für alle».