
© Tamedia, Andereas Moser
Gold findet sich in vielen Bereichen unseres Lebens – sei es als Ehering, Kunstwerk, Smartphone oder als Anlage auf der Bank. Jährlich werden über 3’000 Tonnen Gold abgebaut, doch woher kommt dieses Gold? Zum 25-Jahr-Jubiläum des Vereins Goldkammer Schweiz beleuchtet die Ausstellung «Goldrichtig – Ist Goldrecycling die Zukunft?» den Goldabbau, seine Auswirkungen auf Mensch und Umwelt und stellt nachhaltigere Alternativen vor.
© Tamedia, Andereas Moser
Herausforderungen des Goldabbaus
Derzeit bewegt sich der Goldpreis auf einem Höchststand: über 87’000 Franken pro Kilogramm. Die hohe Nachfrage führt zu einem intensiven Abbau führt. Doch dieser hat oft schwerwiegende Folgen, wie die Ausstellung zeigt: Industrieller Bergbau zerstört Landschaften und führt zu Umweltgefahren durch Cyanid, während in oft illegalen Minen unter gefährlichen Bedingungen mit giftigem Quecksilber gearbeitet wird. Ein grosser Teil des weltweit gewonnenen Goldes wird in vier Raffinerien in der Schweiz verarbeitet.
Goldrecycling als nachhaltige Lösung
Da der Abbau von Gold teuer und umweltschädlich ist, gewinnt Recycling zunehmend an Bedeutung. Inzwischen arbeiten viele Goldschmiede-Ateliers nur noch mit recyceltem Gold. Schätzungsweise ein Drittel des Goldes der Schweizer Nationalbank liegt in Schweizer Haushalten, beispielsweise als ungenutzter Schmuck in Schubladen, da er entweder vergessen oder aus der Mode gekommen ist. Dieses Altgold kann eingeschmolzen und wiederverwertet werden. Dank neuer Technologien können selbst kleinste Goldmengen aus bestehenden Materialien zurückgewonnen werden.
Neue Recyclingmethoden
In der Ausstellung werden innovative Ansätze des Goldrecyclings präsentiert, so beispielsweise die Rückgewinnung von Gold aus Abfall. Dabei werden wertvolle Metalle, darunter auch Gold, aus der Schlacke des verbrannten Siedlungsabfalls gewonnen. Diese Form des Goldrecyclings ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern kann auch finanziell lukrativ sein. Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist die Goldgewinnung aus Elektroschrott. In Smartphones und anderen Geräten steckt wertvolles Gold, das bislang oft unter hohem Energieaufwand und mit giftigen Chemikalien extrahiert wurde. Neue umweltfreundlichere Verfahren, wie etwa die Verwendung von Molkenproteinen zur Goldgewinnung, könnten hier eine nachhaltige Alternative bieten.
Fazit: Ein goldrichtiges Recycling für eine nachhaltige Zukunft
Die Ausstellung «Goldrichtig – Ist Goldrecycling die Zukunft?» im Museum Schloss Burgdorf beleuchtet die Herausforderungen und Chancen des Goldmarkts. Der Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft für die Goldindustrie liegt in der verantwortungsvollen Herstellung und Nutzung des Edelmetalls sowie der Rückgewinnung. Die Ausstellung regt dazu an, unseren Umgang mit endlichen Ressourcen zu hinterfragen und Verantwortung für die Auswirkungen des Goldabbaus auf Mensch und Natur zu übernehmen.
Am öffentlichen Rundgang zur Ausstellung mit der Projektmitarbeiterin Yolanda Fischer am Sonntag, 6. April um 13:30 Uhr können Teilnehmerinnen und Teilnehmer diese Fragen diskutieren.
Öffentlicher Rundgang «Goldrichtig», So, 6.4., 13:30 Uhr, Anmeldung empfohlen: https://schloss-burgdorf.ch/veranstaltungen/schlosstour-goldrichtig/