Warum gibt es in Burgdorf eine ethnologische Sammlung mit Objekten aus verschiedenen Weltregionen? Wer hat diese gesammelt? Und was weiss man heute über ihre Geschichte? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Schlossschrift des Museums Schloss Burgdorf. Sie erklärt verständlich, was Provenienzforschung ist, weshalb sie heute zu den wichtigsten Aufgaben von Museen gehört und was sie über die Ethnologische Sammlung Burgdorf ans Licht bringt.
Die Ethnologische Sammlung Burgdorf wurde 1904 gegründet und gehört zu den ältesten ihrer Art im Kanton Bern. Sie umfasst Objekte aus verschiedenen Regionen der Welt und ist eng mit der Geschichte Burgdorfs und der Region verbunden. Seit 2023 erforscht das Museum ausgewählte Teile der Sammlung. Ziel ist es, mehr über die Herkunft und Geschichte der Objekte und menschlichen Überreste zu erfahren und dieses Wissen mit der Öffentlichkeit zu teilen.
Die Schlossschrift richtet sich an alle Interessierten – Vorkenntnisse braucht es keine. Die Beiträge wurden von Mitarbeitenden des Museums sowie weiteren am Projekt Beteiligten verfasst. Sie erzählen darin die Geschichte der Sammlung und zeigen auf, weshalb Provenienzforschung heute notwendig ist. Sie erklären Schritt für Schritt, wie Provenienzforschung funktioniert und beleuchten, weshalb manche Sammlungsbestände heute als sensibel oder problematisch gelten.
Gastbeiträge u.a. des Nordamerika Native Museum (NONAM) und des Musée d’ethnographie de Genève ergänzen die Burgdorfer Perspektive. Sie zeigen auf, wie Museen mit Herkunftsgemeinschaften zusammenarbeiten, welche Erfahrungen sie mit Rückgabeprozesse gemacht haben und wie fruchtbar dieser Dialog ist.
An der Vernissage vom 13. August erhalten Besucherinnen und Besucher nicht nur einen Einblick in die neue Schlossschrift, sondern können beim anschliessenden Apéro auch direkt mit den Autorinnen und Autoren ins Gespräch kommen. An drei Tischen wird über Provenienzforschung, die Zukunft ethnologischer Sammlungen und die Verantwortung von Museen diskutiert.
Das Magazin liegt ab dem 14. August gratis im Museum auf und ist als Download verfügbar.
Weitere Informationen zur Vernissage finden Sie auf der Veranstaltungsseite.